Schaffe, schaffe, Häusle baue!

Berlin
// 6. November 2015
// Im Zug von Berlin nach Gütersloh

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Wieso jetzt schwäbisch?! Und das in Berlin?

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„Mir Schwohbe sin so feirig wie die Spanier. Oooohlee.“ (Die Mutwinkel beim Sprechen nur minimal bewegen und möglichst lustlos aussprechen.) Manchmal lässt sie sie raus, die zwanzig Jahre, die Sabine in Heidelberg gelebt hat.

Unseren ersten drei gemeinsamen Tage sind gerade zu Ende gegangen und da wir zwei genau wie die Schwaben Spanier Feuer in uns haben, waren sie ein Erfolg auf ganzer Linie. Wir hatten insgesamt eine tolle Zeit mit vielen Gesprächen, waren auf dem Stoffmarkt am Maybachufer Inspiration sammeln, haben unsere erste Zeitspenderin akquiriert und uns in Sabines Nähzimmer eingeschlossen und uns in alten Kleiderbergen und Stoffen vergraben und – ja, so kann man es durchaus sagen – gespielt. (Ja, das IST der Ärmel eines Sakkos auf meinem Kopf…)

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Es war die Geburtsstunde unserer ersten gemeinsamen Tasche. Eben noch das Jakett von Ankes Papa,

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jetzt unser erster Prototyp:

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Und es funktioniert, als wäre dieses Sakko für die Wiedergeburt als Tasche schon auf die Welt gekommen: Wir mussten keinen weiteren Stoff hinzunehmen und alle bereits vorhandenen Außen- und Innentaschen können auch jetzt in der neuen Form genutzt werden. Lediglich ein paar zierende Stücke Leder, die auch aber Ausschussware waren.

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Bis auf das Nähgarn also 100 % Upcycling. Bingo!

 

 

 

 

Und dann haben wir abends meine Freundin und Coach Anke eingeladen und ihr das Sakko ihres Vaters mal umgehängt:

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Bislang ist es die Business-Kleidung, die uns in Sachen Upcycling am meisten anmacht. Anzüge, Hemden und Schlipse. Eventuell in Kombination mit Gummi von LKW- und Fahrradschläuchen. Hochwertig und gerne mit einem Hauch Edel sollen sie werden, unsere Taschen. Eventuell auch Accessoires. Wir suchen jetzt also nach Spendern von Business-Kleidung, egal ob Frau oder Mann, Hauptsache gut erhalten.

Wolltest Du nicht auch mal wieder in Deinem Kleiderschrank ausmisten?

Um es uns leicht zu machen, planen wir, auch größere Firmen anzusprechen und um eine „Business-Kleiderspende“ zu bitten. Sehr gerne noch mit einem Scheinchen in der Brusttasche für das finanzielle Fundament unsere Projekts. Ideen, welche Firmen wir ansprechen könnten, immer gerne her!

Und dann sind da noch die Zeitspender, die quasi den Speckgürtel unseres Projektes bilden sollen. Menschen, die uns und die Geflüchteten (ja, ich bin jetzt aufgeklärt worden, dass man nicht mehr „Flüchtlinge“ sagt) unterstützen. Zum Beispiel Therapeuten, an die wir Geflüchtete weiterleiten können, die mehr brauchen als „therapeutisches Nähen“, wie Sabine so schön sagt. Und, oooohlee, oooohlee: die erste Zeitspenderin ist jetzt an Board! Eine Freundin von Sabine, die als Therapeutin arbeitet, hat sich bereit erklärt, einige Stunden Zeit an eben jene Geflüchteten, die an unserem Projekt teilnehmen werden, zu schenken. GROßARTIG! Next please…

Und wie geht’s jetzt weiter?

Wir werden erstmal jeder für sich die verschiedenen Themen angehen: Geflüchtete treffen, Nähen und mit Materialien experimentieren, Firmen und Personen aufsuchen, die mit solchen Projekten Erfahrung haben, über Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken und und und… „Schaffe, Schaffe, Häusle baue“ eben.

Während mein Rechner hier im Zug beim Schreiben wackelt, werfe ich immer wieder einen verstohlenen Blick auf meinen Koffer. Keiner im Zug hier außer mir weiß, welcher Schatz sich darin verbirgt. Sie würden es vermutlich auch dann nicht verstehen, wenn ich sie rausholen würde und von ein sozialem Unternehmen mit Geflüchteten erzählen würde. Ich jedenfalls werde meinen Koffer nicht aus den Augen lassen und würde ihn auf dem Fußweg nach Hause am liebsten am Handgelenk festketten, um unsere Tasche sicher nach Hause zu bringen.

ALBUM ZU DIESEM POST

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P.S.: Auch Häuslebauer müsse mohl mittagsschlofe…

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