Werte Leser- schaft: ich kapituliere

Allgemein
// 17. April 2016
// Hamburg

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Ich mag nicht schreiben

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Was ich mir vorgenommen habe, das mach‘ ich auch. Widerstand ist zwecklos. Da bin ich wenig flexibel und selbst guten Argumenten begegne ich mit einer ausgereiften Diskussion.

Seit Wochen schon will ich Euch von den Ereignissen der letzten Wochen, vor allem von den vierzehn Tagen in Hamburg im März und ihrer Bedeutung für meine Weiterreise berichten. Aber es will mir nicht so richtig gelingen. Normalerweise setze ich mich an den Rechner, schreibe, schreibe und schreibe und dann ist der Post fertig und ich glücklich. Nicht so dieses Mal. Viele Wochen sind vergangen, an denen mich mein Tagesplan mehrmals an die Pflege des Blogs erinnerte – höflich, aber eben auch nachdrücklich. Drei schwerfällige Anläufe habe ich inzwischen genommen. Resultat: es gibt keinen fertigen Post, aber massig Druck von mir selbst. Und tatsächlich hab‘ ich es verdammt satt, meine eigene Sklaventreiberin sein. Ich mach‘ den Job ausgezeichnet – keine Frage – denn niemand außer mir kann so gezielt meine eigenen Schwächen ausnutzen. Aber wo bleibt denn da die Höflichkeit gegenüber mir selbst?!

Völlig auf der Strecke! Und deshalb habe ich beschlossen, dass ich mich nicht weiter quäle und ehrlich bin und einfach das veröffentliche, was ich bislang geschrieben habe (siehe weiter unten). Auch wenn ich damit gerade einen Aufstand in mir provoziere und ein Teil meines Egos sich gleich schmollend in die Ecke verziehen wird.

Damit dürfte die Handbremse gelöst sein und ich kann wieder Schwung holen für meine Weiterreise. Der ist auch dringend notwendig, denn meine Reise ist in den letzten Wochen ordentlich zum Stocken gekommen. Hier liegt vermutlich auch der Hauptgrund meiner Schreibunlust… Tja, also nachdem sich in Hamburg die meisten Optionen zerschlagen haben (mehr dazu unten) kam eine Sache nach der anderen, die meine Zeit aufgefressen hat. Jetzt bin ich wieder in Hamburg und kann berichten, dass die Wohnungssuche in dieser Stadt durchaus als Halbtagsjob durchgeht. Mir zerrinnt die Zeit zwischen den Fingern während ich so dringend neue Wege für meine Weiterreise finden muss. Gedanken und Ideen dazu sind ausreichend vorhanden, ich muss sie jetzt nur angehen.

Hier geht’s jetzt weiter mit dem angefangenen Post mit den letzten Ereignissen meiner Reise – so viel erstmal von mir bis ich wieder leichtfingrig und mit voller Begeisterung schreibe.

Nina

PS: Meine Tage in Gütersloh sind gezählt! Am 14. Mai streichen James und ich die Segel und brechen auf in eine neue Zukunft in Hamburg. Eine Zukunft mit Daniel.

// Resumé: Anfang März bis Mitte April

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Schließt sich eine Tür,
öffnen sich andere.

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Oft bewiesen hat sich dieses „Naturgesetz“ mittlerweile in mir manifestiert und ich kann es mit voller Überzeugung weitergeben. Was mir allerdings bislang noch nicht gelang, ist ihm so weit zu vertrauen als dass ich die Amplituden meiner emotionalen Achterbahnfahrt eindämmen kann. Geht eine Tür zu – rums – folgt eine schwungvolle Talfahrt und – rums – geht die nächste auf und ich werde so rasant nach oben gezogen, dass ich jauchze. Das richtig Prickelnde an diesem „Spiel“ ist, dass man nie weiß, welche Türen es sind, die sich schließlich öffnen und man jedes Mal überrascht ist.

Ganz genau so lief es ab als ich im März zwei Wochen in Hamburg verbrachte. Ich hatte einiges auf dem Programm und war unglaublich gespannt, was alles passieren würde. Doch es kam völlig anders als erwartet – schon der erste Morgen in meiner deutschen Lieblingsstadt war ungewöhnlich schwergängig. Die Absage des Stipendiums war gerade mal zwei Tage her und bewegte so einiges in mir. Mein gerade frisch getroffener Entschluss, nach Hamburg zu ziehen, kam plötzlich wieder ins Wanken und so wurde die Zeit nach der Wohnungsbesichtigung, nach welcher ich mich schnellstmöglich für oder gegen die total tolle und günstige Wohnung entscheiden sollte, zur Qual. „Nach Hamburg ziehen ohne eine berufliche Grundlage – was ein Risiko!“, „Was, wenn jetzt doch überraschend was in einer anderen Stadt auftaucht?!“ – die Gründe dagegen schrien lauter als die dafür. Der Tag war völlig hinüber und die schwarzen Gefühlswolken regneten bis zum nächsten Morgen. Bis der Tiger kam…

Meine Freundin Verena kennt mich gut. Und genau deshalb hatte sie mir nicht erzählt, dass sie eine Stellenzeige, auf der gefühlt „Wir suchen Nina Bruun“ stand, gefunden hatte, da diese Firma in Kassel sitzt. Als ich gerade mit James auf dem Weg nach Hamburg war, telefonierten wir beide und irgendwann rutschte es ihr doch raus. Tja, und heute, ein paar Wochen später, kann ich sagen, dass diese Firma wohl tatsächlich mein Traumarbeitgeber zu sein scheint:

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Eine Agentur, die auf Themen zugeschnittene
Erlebnisse für Kinder und Familien konzipiert und durchführt

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Eine Stelle als Projektleiterin hatten sie ausgeschrieben und obwohl ich anstrebe, vor allem kreativ zu arbeiten, reizte mich diese Tätigkeit in der spannenden Firma doch sehr. Und noch viel mehr, nachdem ich mit dem Geschäftsführer eine Weile telefoniert hatte. Spätestens nach der Einladung zum Gespräch kreisten in mir die Gedanken „Kassel?! Wie zum Teufel soll ich denn DA leben?“.

Am selben Tag lernte ich Daniel kennen. Ab da kreisten auch seine Gedanken um Kassel…

Schon seit Längerem mache ich mir Gedanken darüber, welcher Arbeitgeber in Hamburg für mich interessant sein könnte. Wieso eigentlich nicht der NDR? Hier werden doch spannende Kindersendungen produziert. Kann also nicht verkehrt sein, den Laden mal von innen anzuschauen und bei einer Besucherführung die ein oder andere Frage zu stellen.

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Fazit: War spannend, aber als Arbeitgeber ist der NDR leider für mich nicht interessant. Alle Bereiche, die mich interessieren könnten, sitzen nicht in Hamburg und darüber hinaus wird dort gespart was das Zeug hält…

Am folgenden Tag begann die Woche bei Rolf und Achim im Büro, deren Ziel es war, zu schauen, ob es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gibt. Die beiden sitzen in einem Büro am Eingang zu Hamburg, das seinen ganz eigenen Charme hat – allerdings nicht nur von außen…

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Rolf und Achim sind beide selbständig und haben eine ganze Menge Geschäftsideen. Ob es Sinn macht und auch rentabel sein könnte, dass ich Teil einer oder mehrerer dieser Ideen oder Projekte werde – genau das wollten wir in diesen Tagen herausfinden.

Und während meine Gedanken zwischen Daniel, der spannenden Tasche und dem Bewerbungsgespräch in Kassel hin- und hersprangen, kam auf einmal die Absage für das Bewerbungsgespräch aus Kassel. WUMM! Voll in den Magen ‚rein. Sie hätten die richtige Kandidatin überraschend schon gefunden. Hä, wie? Die sitzt doch hier! Nimmt mir auf der anderen Seite eine Entscheidung und bis dahin viele Gedanken ab. Alles klar, liebes Universum: ich bin ja flexibel.

  • Rolf und Achim (1 Woche): Geile Tasche zusammen entworfen und produziert. Vielleicht ein gemeinsamer Weg?
  • Passage gGmbH: das Treffen mit der Geschäftsführerin Frau Stefaniak: „Als Ehrenamtliche ist bei uns alles denkbar“, als Festangestellte gar nichts…
  • „Kleiderei“ (Kleider-Bibliothek) besucht
  • Vergabe Stipendium social impact lab – das sind die Gewinner
  • Treffen mit Modedeisgnern Sibilla Pavenstedt (artikel in der flow), link zu facebook – spannendes Mode-Flüchtlings-Projekt am Start
  • Cut-Up-Veranstaltung zum Thema regionale textile Produktion
  • Johanniter-Flüchtlingskunft angeschaut und überlegt, dort in Vollzeit mitzuarbeiten.
  • I-Gespräch mit Geschäftsführer von Agentur Tigertatze
  • jetzt: Wohnungssuche und der Schritt nach Hamburg und in gemeinsames Leben mit Daniel im Fokus. Eine Säule scheint zu entstehen – und auch wenn meine berufliche „Erfüllung“ für mich einen sehr hohen Stellenwert im Leben hat, ist diese Säule doch essentieller als die Job-Säule.

Ausblick: wie geht es weiter?

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