Einen Fuß vor den anderen

Allgemein
// 14. Januar 2016
// Gütersloh

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Noch eine Geschäftsidee,
die Plage mit der Ortswahl und
wo, bitte geht’s zum Ziel?!

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Verdammte Hacke, wo ist die Leichtigkeit der letzten Monate hin? Die letzten eineinhalb Wochen habe ich mich tapfer durch meine I-Gespräche, die Januar-Planung und diverse Papierberge gekämpft und habe Ordnung und Klarheit geschaffen. Naja, zumindest ein Bisschen. Denn je mehr ich nachdenke, desto mehr Fragen tauchen auf und verlangen nach einer Antwort.

Zum Beispiel diese Berlin-Frage. Ein Ort, an dem in den letzten Monaten viele Türen für mich aufgegangen sind, zu dem ich aber sonst keinerlei Bezug habe. Die Vorstellung, zum gefühlten 30. Mal in einer mir fremden Stadt ein neues Leben aufzubauen, raubt mir fast den Verstand. Das führt zu generellen Ortsfrage – welche Entfernung zu meinen in Deutschland verstreuten Freunden und Familienangehörigen ist ok für mich und ist es das, was meinen neuen Lebensabschnitt mitentscheidet? Wie lange gönne ich mir diese Reise noch und wie kann ich jetzt möglichst schnell auf die Zielgerade einbiegen? Denn ich merke, obwohl mir dieses Interview- und Detektiv-Leben durchaus schmeckt, sehne ich mich danach, meinen Platz zu finden und den Neuanfang tatkräftig zu gestalten.

Machen und nicht grübeln! Etwas tun hat bei mir schon immer geholfen und deswegen werde ich direkt von Kopenhagen nach Berlin düsen und dort eine Woche in einem großen sozialen Unternehmen mitarbeiten. Ich will hören, wie Herr Kiesinger (den ich beim entrepreneurship summig im letzten Herbst in Berlin kennengelernt habe) es als Psychologe geschafft hat, die zwei großen Unternehmen Albatros und Pegasus aufzubauen und ich will etwas von dem Geist und der Tatkraft dieses Mannes einatmen, der in den letzten Monaten vielen hunderten Flüchtlingen eine Bleibe gegeben hat. Und genau das wollte ich ja auch schon lange: Flüchtlinge treffen und mit Ihnen sprechen. Einige von ihnen sollen Schneider sein – wie passend für unsere Kreativmanufaktur!

Bei der Auswertung meiner I-Gespräche ist mir einiges klarer geworden – was ich beruflich möchte und was ich nicht möchte. Alle 40 Gespräche habe ich noch nicht durch, aber sobald meine Erkenntnisse spruchreif sind, werde ich sie hier stolz rausposaunen.

Und wie so oft beim „in-mich-Schauen“ ist mir eine Geschäftsidee gekommen. Im Prinzip ist sie gar nicht so neu, sie ist eher eine Weiterentwicklung von etwas, was mir schon vor zwei Jahren vorschwebte. Es hat etwas mit Kinderzeichnungen und der Schönheit, die von ihnen ausgeht, zu tun. Völlig beschwingt und wie in einem kleinen Rausch habe ich wild mehrere Flip-Chart Blätter mit meinen Ideen dazu gefüllt. Und wie ebenso häufig, habe ich schon nach zwei Tagen zig Gründe dafür gefunden, die Idee nicht weiterzuentwickeln. Und dann – in einem schwachen (oder vielleicht starken?) Augenblick – habe ich sie doch meiner Mama erzählt! Und sie findet sie super und hat mich dazu ermutigt, doch weiter darüber nachzudenken. Und damit ich nicht wieder vor mir selbst weglaufen kann, habe ich mich jetzt einfach bei einer Veranstaltung Anfang Februar in Hamburg angemeldet, bei der ich meine Idee vorstellen und mich mit anderen dazu austauschen kann. Ein erstes Feedback von den Veranstaltern war gut, jetzt muss ich nur den Mumm aufbringen, meine Idee zu visualisieren und sie vor Ort zu präsentieren…

Während ich das alles schreibe, muss ich zugeben, dass doch einiges los ist auf meiner Reise. Für mich fühlt es sich oft wie Stillstand an, während mir meine Freunde das Gegenteil beteuern. Das mit der Geduld und dem „einen-Fuß-vor-den-anderen-setzen“, das ist eben nicht so mein Ding. Auch das soll ich vermutlich auf dieser Reise lernen.

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