Das Puzzle fügt sich

Allgemein
// 13. Januar 2019

// Hamburg, in der Wohnung der Eheleute Bruun • Gerade aufgewacht

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Sonntag Morgen

und es dämmert mir

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Als ich vergangene Woche bei meinem Freund Viktor von meinem neuen Job bei TeachSurfing erzählte, wollte er direkt Sekt holen um anzustoßen. „Ich gehe das erste Mal in meinem Leben richtig gerne zur Arbeit“ hatte ich gerade gesagt. Tatsächlich, ein Novum in meinem Leben – traurig und großartig zugleich.

Und als ich eben aufwachte, dachte ich, „ja, es fügen sich gerade alle Puzzleteile in meinem Leben zusammen“. Ich wohne in Hamburg und fühle mich wohl hier, ich bin wahnsinnig glücklich an der Seite des frischgebackenen Herrn Bruun, seit wenigen Wochen gehe ich gerne zur Arbeit und es werden gerade einige Tore für eine glückliche und spannende berufliche Zukunft geöffnet. Eine Welle aus Glück und Zufriedenheit rollt dabei durch meinen Körper und erzeugt ein Strahlen auf meinem Gesicht.

Gestartet habe ich meine Reise mit der Kündigung meines Jobs im Herbst 2015. Das ist über drei Jahre her. Ich habe viele Dinge in dieser Zeit erlebt: alle meine Interviews und die damit verbundenen Reisen und Einblicke in die Vita vieler spannender Menschen, das Ausprobieren einiger Jobs wie die Tage mit Thorsten an der Grundschule in Gütersloh oder das Streetworken mit Anna in Düsseldorf. Ich habe Daniel kennengelernt und wir haben letzten Sommer geheiratet. Die Idee mit Sabine Taschen aus alten Sakkos zu nähen und eine „Gesundungs-Nähwerkstatt“ für Geflüchtete aufzuziehen. Die eineinhalb Jahre, in denen ich mit Achim zusammen eine Nähwerkstatt in Hamburg aufgebaut und wir 200 nachhaltige Taschen für die Hamburger Bürgerschaft genäht haben, das Ausprobieren meiner Idee, Kinderzeichnungen groß rauszubringen und damit Gutes zu tun.

Und dann die andere Seite. Die Wochen und Monate voller Frust, Verzweiflung und Wut. Zeiten, in denen ich mich gefragt habe, was um Himmels Willen ich eigentlich tue. Wohin das alles hinführen soll und warum ich immer noch kein Licht am Ende des Tunnels sehe. Ob ich jetzt nicht einfach Schluss mit der Illusion mache, „mein Ding“ zu finden. Mich einfach wieder auf einen stinknormalen Job bewerbe. Ruhe einkehren lassen. Ruhe von der ewigen Suche, einfach zur Arbeit gehen und mir ein nettes Hobby suchen.

Und dann kam On Purpose. Mein Tor zu einer Welt, in der ich mich gewertschätzt und durch gemeinsame Werte mit anderen tief verbunden fühle. Und jetzt vor wenigen Wochen TeachSurfing – eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Wertschätzung wie ich sie noch nie im Job erlebt habe.

Und jetzt macht alles Sinn.

Noch ist nicht klar, wie es nach März, also nach dem Jahr bei On Purpose weitergeht. Aber es zeichnen sich Möglichkeiten ab. In den vergangenen Wochen habe ich drei Bewerbungen geschrieben und wurde zu zwei Bewerbungsgesprächen eingeladen. Das macht doch Sinn. Und es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

// nina


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