Adieu Gütersloh!

Allgemein
// 12. Mai 2016
// Gütersloh • zwei Tage vor dem Auszug

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Wo ich wech bin?
Na, aus Gütersloh!

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Völlig falsch, würde der gemeine Ostwestfale sagen, denn ich stamme ja gar nicht aus Gütersloh. Doch passender könnte ich als Hessin diese befremdliche Redensart der Einheimischen doch kaum anwenden – jetzt, so auf dem Absprung.

Zweieinhalb ist es her, dass ich mit meinem kleinen weißen Peugeot direkt aus Kopenhagen kam, um hier einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ich war verdammt gespannt darauf, was alles in dieser Stadt, von der kein Mensch weiß wo sie liegt, auf mich wartete. Kopenhagen – Gütersloh: Kontrastreicher geht es kaum. Der fredagsrock im Tivoli mit Weltstars und mehreren tausend Besuchern wurde für mich zu Freitag18 mit zarten, regionalen Musikern und einem Flock Menschen. Ich habe die Vorzüge dieser vergleichsweise kleinen Stadt zu schätzen gelernt – mit dem Rad bin ich 15 min überall! – und muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich ein bekanntes Gesicht in der Stadt sehe. Ja, ich freue mich sogar, denn irgendwie hat das auch was von „zu Hause“.

Und genau deshalb war ich gestern bei den Jungs im Fahrradladen und habe ihnen die Hand zum Abschied geschüttelt und freue mich schon seit Tagen darauf, heute ein letztes Mal bei meiner Marktfrau einzukaufen, die mich regelmäßig von meiner Himmel!-Was-soll-ich-nur-kochen?-Verzweiflung erlöst und mir mit ihrer Fröhlichkeit den Tag versüßt.

Sehr spontan habe ich gestern früh meine Laufschuhe angezogen und bin zu dem Ort gelaufen, an dem ich ab und zu meinen Papa treffe. Seit dreieinhalb lebt er nicht mehr und es fällt mir nach wie vor sehr schwer, das zu verstehen und zu akzeptieren. Und immer wenn mir danach ist, suche ich diesen wunderschönen Ort im Stadtpark auf und spreche mit ihm. Gestern war ich also ein (vorerst) letztes Mal zum kurzen Plausch dort und vorgeschlagen, dass wir uns einen genauso schönen Treffpunkt in Hamburg suchen.

Für gestern Abend hatte ich Freunde, Nachbarn und alte Kollegen zum Abschied eingeladen. Dass die Rückmeldungen meiner alten Kollegen auf die Einladung sehr überschaubar waren, hat mich beschäftigt und gekränkt. Umso schöner war dann die Runde, die da war und vor allem, dass die Begegnung mit jedem Gast total herzlich war. Vielen Dank, Ihr Lieben, dafür dass Ihr da wart und für die klasse Abschiedsgeschenke!

Die Spannung wegen des Umzugs in zwei Tagen steigt. Und ich muss jetzt „ran anne Klamotten“ wie die Ostwestfälin sagt, damit auch die und der Rest endlich gepackt werden.

Foto 12.05

Ach, und wenn der Einzug in Daniels und mein neues zu Hause erst in zwei Wochen kommt, das hier wird unser neuer Ausblick sein – mmmmmhhhh

Osterbrook5

Adieu Gütersloh!

Danke für die Zeit hier, Deinen schönen Seiten und Deine wunderschöne Natur. Nimm’s mir nicht übel, ich muss einfach wohin, wo mehr abgeht…

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